Glossar Solarmontage & Grundüberlegungen
Technik, Planung und Komponenten für Photovoltaikanlagen – kompakt, praxisnah und verständlich.
Dachausrichtung und Verschattung
Neben Süddächern sind Ost- und Westdächer wirtschaftlich sehr attraktiv. Ein Norddach ist primär bei flacher Neigung bis ca. 20° oder bei Nordwest-/Nordost-Ausrichtung sinnvoll.
- Tageszeiten (morgens / mittags / abends)
- Dauer (kurzzeitig / mehrere Stunden)
- Stärke (Teilfläche / komplette Reihe)
Dachgröße, Auslegung & Wirtschaftlichkeit
Modulpreise sind aktuell sehr günstig – nutzen Sie Ihr Dach möglichst vollständig aus. Fixkosten (Elektriker, Anmeldung, Gerüst, Zählerschrank) verteilen sich so besser auf die Gesamtleistung.
- Leistungsklassen: Standard 2026 sind 455 Wp+ mit N-Typ TOPCon Zellen (Halb- oder Drittelzellen).
- Grenzen & Technik: Die 10-kWp-Grenze ist entfallen. Ab 25 kWp ist oft ein Rundsteuerempfänger (RSE) erforderlich. Ab 30 kWp ist häufig eine Netzprüfung/Wandlermessung nötig (Abstimmung mit Netzbetreiber, v. a. bei Landwirtschaft/Gewerbe).
- Zielsetzung: Fokus Wirtschaftlichkeit? Dach voll belegen, Speicher eher kleiner. Fokus Autarkie? Größerer Speicher. Faustformel: 1 kWp Modulleistung ≈ 1 kWh Speicher.
Modultechnik & Optik
- Optik: Full-Black Module für dunkle Dächer oder Halbzellen mit schwarzem Rahmen/weißer Folie als sehr stimmiger Kompromiss.
- Doppelglas (Glas-Glas): Zellen sind beidseitig in Glas eingebettet – langlebiger und robuster gegen Umwelteinflüsse als herkömmliche Folienmodule.
- Maße: Standard ca. 113 × 176 cm (30 mm Rahmen). Größere Module sind verfügbar, aber schwerer zu handhaben und erschweren die effiziente Flächennutzung.
Wechselrichter & Speicher
Standort: Kühl und gut belüftet. Dachböden vermeiden. Akkus benötigen Umgebungstemperaturen zwischen 5°C und 40°C (Frost verhindert Ladung/Entladung). Wechselrichter möglichst nicht an Schlafzimmerwände (Laufgeräusche).
Speicher: Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist der Standard für hohe Eigensicherheit und eine lange Lebensdauer.
Montagesysteme & Statik (nach Dachtyp)
Praxis-Regeln für die Installation
- Haken-Bedarf: Idealerweise jeden Sparren belegen (außer bei Abstand < 75 cm). Durchschnitt: 2,5–3 Haken pro Modul.
- Schrauben: Typisch 100 mm Tellerkopfschrauben (min. 60 mm Einschraubtiefe im Sparren; bei Aufsparrendämmung länger).
- Abstände: Ca. 2 cm Platz zwischen den Modulen (Klemmen + thermische Ausdehnung).
- Profile: Max. ca. 120 cm Überspannweite (40×40 mm Profil). Kragarm am Ende max. 35 cm. Profilabstand typ. 100–110 cm (Klemmpunkte des Modulherstellers beachten).
- Modulfeld: Elektrisch meist max. 1000 V (ca. 17–22 Module je String – abhängig von Modultyp und Wechselrichter). Mechanisch max. 12 Module Feldbreite, dann thermische Trennung.
Inbetriebnahme & Abnahme
Die elektrotechnische Installation (z. B. Zählerschrank nach VDE-AR-N 4100) ist oft ein großer Kostenblock. Zur Dokumentation gehören typischerweise:
- Messung DC-Seite: Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, Isolationswiderstand pro String
- Messung AC-Seite gemäß VDE 100-600
- Übermittlung von VDE-Zertifikaten, Skizzen und Stromlaufplänen durch den Elektriker an den Netzbetreiber
- Registrierung im Marktstammdatenregister durch den Anlagenbetreiber