Installation des Montagegestells auf Welldach / Wellplatten mit Stockschrauben (dachparallel)
Alle Arbeiten sind ausschließlich durch qualifizierte Fachkräfte nach anerkannten technischen Regeln auszuführen.
Es sind die gültigen Normen zu beachten, u. a.:
DIN 1055 (Lastannahmen), DIN 1052-2 (Holzbauwerke), DGUV Vorschrift 3 (elektrische Anlagen und Betriebsmittel).
1. Vorbereitende Überlegungen
Auswahl der passenden Stockschrauben & Systemaufbau
Stockschrauben werden bei Welldächern (z. B. Welleternit, Faserzement, Wellblech, Sandwichplatten) verwendet, um die PV-Unterkonstruktion sicher in der tragenden Holzkonstruktion zu verankern — überall dort, wo ein Klemmen an der Dachhaut nicht möglich oder nicht erwünscht ist.
Welche Stockschraube verwenden?
- Typische Durchmesser: M10, seltener M12
- Längen je nach Dachaufbau: 180 mm, 200 mm (Standard), 250 mm, 300 mm, 350 mm
- 300 mm und 350 mm meist für Sonderanwendungen, z. B. Leichtaufständerung
- Unsere Stockschrauben sind vormontiert mit:
- EPDM-Dichtung
- 3 Sperrzahnmuttern
- Holzgewinde unten + metrisches Gewinde oben
Aufbau des Montagesystems
Die Verbindung zwischen Stockschraube und Aluprofil erfolgt über ein Adapterblech, das in der Unternut des Profils mit einer M10-Sechskantschraube und Sperrzahnmutter befestigt wird.
• Adapterplatte zeigt immer in Firstrichtung.
• EPDM-Dichtung moderat anpressen – nicht quetschen.
• Montage immer im Wellenberg der Dachhaut.
• Innere Dichtlippe muss in das vorgebohrte Loch der Dachhaut greifen.
Montagerichtlinien
- Vorbohren ca. 70 % des Schraubendurchmessers.
- Verankerungstiefe mind. 40 mm (optimal: 6 × Durchmesser).
- Stockschraube exakt senkrecht setzen.
- Dichtung muss sauber anliegen und darf nicht verdreht sein.

Ermittlung der Profillängen
Für Standardmodule (ca. 1,13 m Breite) gilt ein Richtwert von ca. 2,4 m Aluprofil pro Modul.
- Modulbreite + ca. 20 mm Mittelklemme
- Profilüberstand je Seite: 40–60 mm
2. Installationsschritte
Dach ausmessen & Positionen festlegen
• Modulfeld definieren.
• Pfetten- bzw. Sparrenverlauf bestimmen.
• Position der Stockschrauben in Bezug auf die Profilachsen festlegen.
• Standard: Auf jedem Sparren eine Stockschraube.
• Immer im Wellenberg montieren – nie im Wellental.

Stockschrauben montieren
Die Stockschrauben werden durch den Wellenberg geführt und in der Pfette bzw. im Sparren verankert. Dabei entstehen zwei Bohrungen: Dachhaut & Pfette.
2.1 Vorbohren
Dachhaut:
M10 → 13 mm
M12 → 14 mm
Sparren:
M10 → 7 mm
M12 → 8 mm
Bohrlochtiefe: mind. 60 mm
Randabstand:
M10 ≥ 30 mm
M12 ≥ 36 mm
2.2 Eindrehen
Stockschraube exakt senkrecht zum Dach setzen.
2.3 Abdichtung
EPDM-Dichtung moderat anpressen:
• darf sich leicht in das Bohrloch setzen
• darf nicht gequetscht werden
• Sperrzahnmutter nur bis zum satten Anliegen anziehen
Aluprofile montieren
3.1 Befestigung der Profile auf den Stockschrauben
Das Aluprofil besitzt:
- eine Obernut für Modulklemmen (Aufnahme der Nutensteine)
- eine Unternut zur Befestigung auf der Adapterplatte der Stockschrauben
Vorgehen:
- M10-Sechskantschrauben (Art. 1907) kopfseitig in die Unternut einführen – je Adapterplatte eine Schraube.
- Aluprofil in Position bringen und mit Sperrzahnmuttern (Art. 1904) auf der Adapterplatte festklemmen.
- Alternativ: M10-Hammerkopfschrauben Spezial (Art. 19577).
Hinweis: Adapterplatte zeigt immer in Firstrichtung.
3.2 Verbindung der Aluprofile
Zur Verbindung benachbarter Profile können verwendet werden:
- L-Profilverbinder (Art. 19145)
- H-Profilverbinder (Art. 19148)
L-Profilverbinder:
- M10-Schrauben + Sperrzahnmuttern greifen in die Unternut.
- Zwei zusätzliche Bohrschrauben sichern den Seitenflansch.
H-Profilverbinder:
- wird in die Profilkammer eingeschoben
- Fixierung über Bohrschrauben im Seitenflansch
- technisch gleichwertig zum L-Verbinder
Beispiel mit H-Profilverbindern (Art. 19148)
Module montieren
Vor Montage der Module empfiehlt sich das Verlegen der Stringleitungen und die Vorbereitung des Potenzialausgleichs.
Gerahmte Module werden befestigt mit:
- Endklemmen (außen)
- Mittelklemmen (zwischen den Modulen)
Montageablauf:
- Nutenstein (D) in die Obernut einschwenken und einklicken.
- Endklemme (C) bzw. Mittelklemme (E) mit Innensechskant (A) fixieren.
- Anzugsmoment gemäß Modulhersteller — üblicherweise max. 18 Nm.
- Unterlegscheibe (B) als Distanzstück (nicht bei allen Rahmenhöhen notwendig).
- Optional: Endkappen als Schutz + Abschluss.

3. Potenzialausgleich (PA)
Übersicht PA
| Erdungsklemmen | Elektrische Verbindung zwischen Aluprofil und Erdungsleiter |
| Kupfer-Erdungsleitung | Leiter zum HPA; verzinnte Klemmen gegen Kontaktkorrosion |
| Alu-Flachleiter (Art. 75390) | Verbindet mehrere Profile; gleiches Material vermeidet Korrosion |
3.1 Grundsätze
Der Potenzialausgleich erfolgt über Erdungsklemmen am Gestell. Modulrahmen werden i. d. R. nicht direkt geerdet (PV-Module Schutzklasse II).
3.2 Materialwahl
- Bei Kupferleitung → verzinnte Kupfer-Erdungsklemmen verwenden
- Bei Aluminium-Leitern → Alu-Erdungsklemmen verwenden
3.3 Verbindung der Aluprofile
Optionen:
- Option 1: Kupferleiter + Erdungsklemmen
- Option 2: Alu-Flachleiter (Art. 75390)
Beim Alu-Flachleiter wird ein 11-mm-Loch gebohrt und der Flachleiter mittels M10-Schraube oder M10-Hammerkopfschraube in der Unternut befestigt.
Vorteile Alu-Flachleiter:
- Gleiches Material → minimiert Kontaktkorrosion
- Kostengünstiger als Kupferlösungen
- Schnelle, saubere Montage