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Installation des Montagegestells auf Ziegel- / Pfannenschrägdach (dachparallel)

Wichtiger Hinweis
Alle Arbeiten sind ausschließlich durch qualifizierte Fachkräfte gemäß anerkanntem technischen Regelwerk auszuführen.
Es sind die gültigen Normen und Richtlinien zu beachten, u. a.:
DIN 1055 (Lastannahmen), DIN 1052-2 (Holzbauwerke), DGUV Vorschrift 3 / BGV A2 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel).

Anzugsmomente

Nachfolgend typische Richtwerte für die Anzugsmomente der gängigen Verbindungselemente im Montagesystem. Verbindlich sind stets die jeweiligen Herstellerangaben und die Projektstatik.


Anzugsmomente Übersicht
  • Modulklemmen mit Nutenstein: ca. 14 -16 Nm
  • M8 Verschraubung (außer Klemmen): 16 - 18 Nm
  • M10 Verschraubungen: 25–30 Nm
  • Bohrschrauben auf Trapezblechdach: 3–5 Nm, ca. 1.200 U/min
  • Verschraubung Stahl auf Stahl M10 (verstellbarer Dachhaken): bis zu 32 NM


1. Vorbereitende Überlegungen

1.1 Dachhakenwahl

Auswahl des passenden Dachhakens

Für Standardziegel und Betondachsteine ist in der Regel unser Vario-Dachhaken (Art. 1405) geeignet. Dieser verfügt sowohl am Fuß (ca. 40–50 mm) als auch am Hakenende über eine vertikale Verstellung und bietet dadurch eine hohe Flexibilität.

Hinweise:
• Bei erhöhter Querlattung und / oder dickeren Dachsteinen kann der Dachhakenfuß mit Hartholzplatten oder großen Unterlegscheiben unterfüttert werden. Alternativ erhalten Sie bei uns auch Aluminium-Unterlegplatten in der Stärke 15 mm.

• Für Dachziegel mit langer Überdeckung empfehlen wir Spezialdachhaken Art. 1470 / 1480 mit verlängertem Hebelarm.
1.2 Dimensionierung

Ermittlung der Anzahl benötigter Dachhaken

Die benötigte Anzahl an Dachhaken hängt maßgeblich vom Sparrenabstand ab:

  • Sparrenabstand ≥ 80 cm: Jeder Sparren ist mit einem Dachhaken zu belegen.
  • Sparrenabstand < 80 cm: Im Innenfeld kann ggf. ein Sparren ausgespart werden; empfohlen wird jedoch auch hier die Belegung jedes Sparrens, da dies die Höhenausrichtung der Profile bzw. Solarmodule erleichtert.
Richtwert Materialbedarf bei Sparrenabstand 70–95 cm:
ca. 2,2–3 Dachhaken pro Modul

Weitere Hinweise:

  • Dachhaken biegen sich unter Schneelast geringfügig durch.
  • Zwischen Hakenhebel und Ziegeloberfläche ist ein Mindestluftspalt von 2–4 mm einzuhalten.
  • In Schneelastzone ≥ 3 sind Schwerlastdachhaken zu verwenden und ggf. die Ziegel unter dem Haken durch Blechziegel zu ersetzen.

Ziegeldach Komponenten Übersicht
1.3 Profillängen

Ermittlung der Profillängen

Für Standardmodule mit einer Breite von ca. 1,13 m gilt als Richtwert für den Materialbedarf: ca. 2,4 m Aluprofil pro Modul.

Bei der Berechnung sind zu berücksichtigen:

  • Modulbreite + 20 mm Klemmbreite (Mittelklemme)
  • zusätzlich am Ende des Modulfeldes ca. 40–60 mm Profilüberstand (inkl. Endklemmen)
Beispiel:
Modulbreite 100 cm → 2 Module:
100 cm + 100 cm + 2 cm (Mittelklemme) + 2 × 4 cm Überstand = 210 cm Profil.

Maximale Spannweiten unseres Standardprofils:

  • Überspannweite: max. 1,40 m (Schnee-/Windlastzone II, ca. 30° Dachneigung)
  • Empfehlung: ≤ 1,20 m für erhöhte Steifigkeit
  • Kragarm: max. ca. 30 cm. Bei längeren Kragarmen können Sie zur Verstärkung des Profils unsere 1 m langen H-Einschubprofile verwenden.

PV-Module Abstände

Dachhaken Detail

Aluprofil Spannweiten


2. Installationsschritte

Schritt 1

Dach ausmessen & Positionen festlegen

  • Lage der Modulreihen bestimmen.
  • Sparrenverlauf ermitteln.
  • Positionen der Dachhaken und Aluprofile unter Berücksichtigung von Lot und Flucht festlegen.
Montageübersicht

Schritt 2

Dachhaken setzen

  • Dachsteine an den vorgesehenen Positionen entfernen oder vorsichtig hochschieben.
  • Dachhaken so positionieren, dass er nicht gegen den Dachstein gedrückt wird.
  • Höhen- und Seitenverstellung so wählen, dass der Haken im Wellental der Dachziegel liegt.
  • Den Dachhaken mit zwei Holzschrauben (z. B. DIN 571 oder Tellerkopfschrauben z. B. Art. 1992) am Sparren befestigen.
  • Falls erforderlich, den darüberliegenden Dachstein im Bereich der Hakenführung mit einem Trennschleifer aussparen, damit der Haken den Stein nicht aufrichtet oder verspannt. Bei Falzziegeln ggf. auch den unteren Ziegel anpassen.
Dachhaken Installation

Schritt 3

Aluprofile montieren

3.1 Befestigung der Profile auf den Dachhaken

Das Aluprofil besitzt:

  • eine Obernut (leicht geschwungen) für Modulklemmen. Die Obernut dient der Aufnahme der Nutensteine,
  • eine Unternut (rechteckig) zur Befestigung auf den Dachhaken. Die Unternut dient zur Aufnahme der M10-Sechskantschraubenköpfe.

Vorgehen:

  • M10-Sechskantschrauben (Art. 1907) kopfseitig in die Unternut einführen – je Dachhaken eine Schraube.
  • Aluprofil in Position bringen und mit Sperrzahnmuttern (Art. 1904) auf den Dachhaken klemmen.
  • Alternativ können M10-Hammerkopfschrauben Spezial (Art. 19577, Set mit Sperrzahnmuttern) verwendet werden; diese werden von unten in die Profilnut eingedreht.

3.2 Verbindung der Aluprofile

Zur Verbindung benachbarter Profile sind Profilverbinder zu verwenden, z. B.:

  • L-Profilverbinder (Art. 19145)
  • H-Profilverbinder (Art. 19148)
L-Profilverbinder (Art. 19145):
• M10-Schrauben und Sperrzahnmuttern werden in der Unternut des Profils verschraubt (mitgeliefert).
• Zusätzliche Bohrschrauben werden in den Seitenflansch eingeschraubt, um seitliche Kräfte aufzunehmen.
H-Profilverbinder (Art. 19148):
• Verbinder wird in das Profil eingeschoben.
• Fixierung erfolgt mit Bohrschrauben im Seitenflansch (im Lieferumfang).
• Beide Verbinderarten sind technisch gleichwertig einsetzbar.
Aluprofil Montage

L-PROFILVERBINDER mit M10-Schrauben und seitlichen Bohrschrauben

L-Profilverbinder

Profilverbinder Beispiel

Beispiel mit H-Profilverbindern (Art. 19148) zum Einschieben in das Profil und Bohrschrauben im Seitenflansch

H-Profilverbinder

Schritt 4

Module montieren

Empfehlung: Vor dem Montieren der Module Stringleitungen und Potenzialausgleich vorbereiten.

  • Gerahmte Solarmodule werden mit Endklemmen (außen) und Mittelklemmen (zwischen den Modulen) befestigt.
  • Den Nutenstein (D) in den oberen Nutenkanal einschwenken und einklicken.
  • Endklemme (C) bzw. Mittelklemme (E) mit der Innensechskantschraube (A) in den Nutenstein drehen und festziehen.
  • Anzugsmoment gemäß Modulhersteller, typischerweise bis max. 18 Nm.
  • Die Unterlegscheibe (B) dient als Distanzstück; bei bestimmten Rahmenhöhen (z. B. 32 mm, 38 mm, 42 mm) ist sie nicht erforderlich.
  • Als Abschluss der Schienen können Endkappen verwendet werden.
Installation Solarmodule


3. Potenzialausgleich (PA)

Übersicht PA
Komponente Funktion im System
Erdungsklemmen Elektrische Verbindung zwischen Aluprofil und Erdungsleiter. Dienen der Einbindung des Gestells in den Potenzialausgleich.
Kupfer-Erdungsleitung Leiter zum Hauptpotenzialausgleich des Gebäudes. In Verbindung mit verzinnten Kupferklemmen zur Minimierung von Kontaktkorrosion.
Alu-Flachleiter (Art. 75390) Verbindet mehrere Profile untereinander. Einheitliches Material (Alu) reduziert Korrosionsrisiken und ermöglicht schnelle Montage.

3.1 Grundsätze

Der Potenzialausgleich des Montagegestells erfolgt über geeignete Erdungsklemmen. Die Modulrahmen werden in der Regel nicht direkt geerdet, da Photovoltaikmodule der Schutzklasse II (doppelt isoliert) zugeordnet sind.

3.2 Materialwahl

  • Bei Verwendung von Kupferleitung sind verzinnte Kupfer-Erdungsklemmen zu verwenden.
  • Bei Aluminiumleitern sind Alu-Erdungsklemmen einzusetzen.

3.3 Verbindung der Aluprofile untereinander

Die Verbindung der Profile im Rahmen des Potenzialausgleichs kann wie folgt erfolgen:

  • Option 1 – Kupferleiter + Erdungsklemmen
  • Option 2 – Alu-Flachleiter (Art. 75390)

Beim Einsatz des Alu-Flachleiters wird an der vorgesehenen Stelle ein 11 mm Loch gebohrt und der Flachleiter mittels M10-Sechskantschraube oder M10-Hammerkopfschraube in der Unternut des Profils verschraubt.

Vorteile Alu-Flachleiter:
• Einheitliches Material (Aluminium) → minimiertes Risiko von Kontaktkorrosion.
• Kostengünstiger als Kupferleitung und Kupfer-Erdungsklemmen.
• Schnelle und saubere Montage.
Erdungsklemme

Verbindung der Aluprofile mit Alu-Flachleiter (Art. 75390) und Abgang zum Potenzialausgleich.

Erdung Flachleiter Schema