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Bohrschrauben für Trapez- und Dünnblech: Praxisleitfaden


Die Wahl der richtigen Schraube entscheidet bei PV-Montagen auf Trapezblech über die Dichtigkeit des Dachs und die mechanische Belastbarkeit der Unterkonstruktion. Man unterscheidet primär zwischen spanenden (bohrenden) und spanlosen (furchenden) Verfahren.

Hinweis zur Gewährleistung: Verwenden Sie bei gewerblichen Installationen ausschließlich Schrauben mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder europäisch technischer Bewertung (ETA). Nur diese garantieren die berechenbaren Auszugswerte, die für die Statik der PV-Anlage nötig sind.

1. EPDM-Dichtung: Das richtige Drehmoment finden

Jede unserer PV-Schrauben verfügt über eine EPDM-Dichtscheibe. EPDM ist UV-beständig und dauerelastisch, jedoch extrem empfindlich gegenüber falscher Montage.

  • Zu locker: Die Dichtung liegt nur auf, Wasser kann unterwandern (Kapillareffekt).
  • Zu fest: Die Dichtung wird gequetscht und wölbt sich nach außen oder reißt ein. UV-Strahlung zerstört das Material dann innerhalb weniger Jahre.
  • Richtig: Die Dichtscheibe sollte bündig abschließen und nur leicht komprimiert werden, sodass der Rand der Metallscheibe das EPDM noch schützt.

2. Produktvarianten: Bohren vs. Furchen

Je nach Materialstärke und Blechtyp kommen unterschiedliche Spitzen zum Einsatz:

Typ Eigenschaften Anwendung
Dünnblechschraube (spanlos)
(z.B. Reisser #19457)
Die Spitze verdrängt das Blech (Durchzugsbildung). Es entstehen keine scharfen Metallspäne. Ideal für Stahl-Trapezbleche bis ca. 1,0 mm. Maximale Haltekraft durch hohes Gewindespiel.
Bohrschraube mit Fräskopf
(z.B. Art. #19458)
Schneidet ein Loch wie ein Bohrer. Erleichtert das Durchdringen dickerer Aluminium-Profile. Aluminium-Unterkonstruktionen oder dickwandige Stahlprofile.

3. Korrosionsschutz: Bi-Metall vs. Edelstahl

Bei der Verbindung von unterschiedlichen Metallen (z. B. Edelstahlschraube in Stahlblech) besteht die Gefahr der Kontaktkorrosion. Unsere Bi-Metall-Schrauben lösen dieses Problem:

  • Der Kopf & Gewinde: Bestehen aus A2 (1.4301) Edelstahl für maximale Korrosionsbeständigkeit im Außenbereich.
  • Die Spitze: Besteht aus gehärtetem Kohlenstoffstahl. Nur dieser ist hart genug, um Stahlbleche zu durchdringen.
  • Achtung bei #19458 (1.4006): Diese martensitischen Edelstähle sind magnetisch und extrem hart, haben aber eine geringere Korrosionsbeständigkeit als A2. Nicht in Küstennähe oder Industriegebieten verwenden.

4. Praxis-Tipp: Spanbildung vermeiden

Wenn Sie spanende Bohrschrauben (mit Fräskopf) verwenden, müssen die Metallspäne unmittelbar nach der Montage vom Dach entfernt werden (abkehren oder absaugen).
Warum? Die Späne rosten sofort und "fressen" sich durch die Beschichtung des Trapezblechs, was zu Lochkorrosion führt.

Profi-Empfehlung: Für klassische PV-Montageschienen auf Stahl-Trapezblech empfehlen wir die spanlose Dünnblechschraube. Sie bietet das geringste Rostrisiko und die höchste Sicherheit gegen Ausreißen, da das Material nicht entfernt, sondern zu einem stützenden Kragen geformt wird.