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Was sind Dachhaken, welche Sorten gibt es und worauf ist qualitativ zu achten?

Dachhaken für Photovoltaikanlagen – Typen, Qualität und wichtige Montagehinweise

Dachhaken bilden bei Ziegel- und Pfannendächern (z. B. Frankfurter Pfanne, Doppel-S, Biberschwanz) das statische Rückgrat jeder Photovoltaikanlage. Sie werden direkt mit dem Dachsparren verschraubt, durchdringen die Dachhaut und tragen die komplette Unterkonstruktion inklusive Module.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen: Dachhaken müssen über Jahrzehnte hinweg extremen Belastungen standhalten – dauerhaft, sicher und ohne das Dach zu beschädigen.

  • Eigenlast: Gewicht von Modulen und Montagesystem
  • Windsog & Winddruck: Kräfte durch Sturm und Unterdruck
  • Schneelast: Teilweise tonnenschwere Lasten durch Nassschnee

Welche Dachhaken-Typen gibt es?

Nicht jeder Dachhaken passt zu jedem Dach. Die Auswahl richtet sich nach Dachtyp, Dachneigung, Sparrenabstand und statischer Anforderung.

  • 3-fach verstellbare Dachhaken (Standardlösung):
    Höhenverstellung an der Grundplatte (Sparren), im Mittelteil (Ziegelhöhe) sowie oft eine seitliche Justierung.
    Vorteil: Unebenheiten im Dachstuhl lassen sich perfekt ausgleichen, die Modulfläche wird optisch sauber und spannungsfrei ausgerichtet.
  • Starre Dachhaken:
    Kostengünstige Lösung für sehr gerade, neue Dächer mit exakt gearbeitetem Dachstuhl. Keine Verstellmöglichkeiten – daher nur eingeschränkt empfehlenswert.
  • Schwerlast-Dachhaken:
    Massivere Materialstärken (z. B. 6 mm oder 8 mm Bügel). Notwendig bei großen Sparrenabständen, hoher Gebäudehöhe oder in Regionen mit hoher Schneelast (z. B. Alpenvorland).
  • Spezial-Dachhaken:
    Für Sonderbedachungen wie Biberschwanz- oder Schieferdächer. Oft flach ausgeführt und so konstruiert, dass nur minimale oder keine Bearbeitung der Dachziegel notwendig ist.

Sonderfall: Ziegel mit langer Überdeckung

Bei flach geneigten Ziegeldächern (z. B. ca. 20° Dachneigung) werden häufig Ziegel mit besonders langer Überdeckung eingesetzt, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

In diesen Fällen sind Dachhaken mit verlängertem Hebel notwendig, da der Ziegel sonst nicht spannungsfrei über dem Haken aufliegt.

  • Dachhaken mit 145 mm oder 160 mm Hebellänge
  • Verstärkte Ausführung mit 30 × 6 mm Bügelstärke
  • Deutlich höhere Stabilität und bessere Lastverteilung

Qualitätsmerkmale & Materialkunde

Die Qualität des Dachhakens entscheidet maßgeblich über die Lebensdauer der gesamten PV-Anlage (20–30 Jahre).

1. Die richtige Edelstahl-Legierung

Material Bezeichnung Einsatzgebiet
Edelstahl A2 1.4301 Standardlösung für ca. 95 % aller Anwendungen im Binnenland
Minderwertig 1.4016 (ferritisch) Warnung: Magnetisch, deutlich geringerer Korrosionsschutz – wird von uns bewusst nicht für den Aussenliegenden Bereich (Hebel, Winkel) eingesetzt

Wichtige Montagehinweise aus der Praxis

Eine fachgerechte Montage schützt nicht nur die Anlage, sondern vor allem das Dach selbst vor Folgeschäden.

Ziegelbearbeitung („Ausflexen“):
Der Ziegel oberhalb des Dachhakens muss an der Unterseite meist mit dem Winkelschleifer angepasst werden. Häufig ist auch unter dem Haken eine kleine Aussparung notwendig.

Warum?
Der Dachhaken darf niemals auf dem Ziegel „reiten“. Andernfalls bricht der Dachstein unter Schneelast.

Sicherheitsabstand:
Zwischen Dachhakenbügel und darunterliegendem Ziegel muss ein Abstand von ca. 2 - 5  mm eingehalten werden. Dieser Puffer verhindert Ziegelbruch bei Belastung, da der Dachhaken unter Schneelast einfedert. 

Befestigung am Sparren:
Dachhaken werden mit bauaufsichtlich zugelassenen Tellerkopfschrauben im Sparren befestigt – in der Regel 2 Stück pro Haken. Standard ist 8×100 mm.

Bei dickerer Konterlattung oder bei Aufsparrendämmungen (z. B. Pavatex) sind entsprechend längere Tellerkopfschrauben erforderlich.

Ausgleich & Unterfütterung:
Reicht die Verstellhöhe am Fuß des Dachhakens nicht aus, bieten wir passende Unterlegplatten zum Höhenausgleich an.

Anzahl & Abstand der Dachhaken:
Es muss nicht jeder Sparren belegt werden. Die erforderliche Anzahl ergibt sich aus einer statischen Berechnung unter Berücksichtigung von Wind- und Schneelastzone, Dachneigung, Gebäudehöhe und Sparrenabstand.
Allerdings: Die Belegung jedes Dachsparren erleichtert die Montage der PV Anlage, da die Schienen deutlich einfacher ausgeglichen werden können und sich am Ende ein sauberes, ebenes Modulfeld ergibt. 

Fazit

Dachhaken sind sicherheitsrelevante Schlüsselbauteile jeder PV-Anlage. Die richtige Auswahl – passend zum Dach, zur Lastsituation und zur Umgebung – sowie eine fachgerechte Montage entscheiden über Standsicherheit, Dichtigkeit und Lebensdauer Ihrer Photovoltaikanlage.